„We love prevention“

3.980 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 143 Ländern: So viele Menschen wie noch nie zuvor in der Geschichte nahmen an einem Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit teil. Sie erlebten vier Tage voller Höhepunkte, anregender Diskussionen, visueller Eindrücke und interaktiver Aktionen.

„Dieser Weltkongress wird anders sein“, kündigte Errol Frank Stoové in seiner Begrüßungsrede an. „Er wird voll Intervention, Interaktion und Lernen sein.“ Der Präsident der Internationalen Vereinigung für soziale Sicherheit (ISSA) sollte Recht behalten. Neue, zukunftsweisende Veranstaltungsformate wie das Forum für Prävention mit seiner Aktionsbühne, die Agora oder die Special Media Session beeindruckten das Publikum nachhaltig und boten eine Plattform für den persönlichen Austausch. Ganz im Sinne des Kongressmottos „Prävention nachhaltig gestalten“ dokumentierten zum ersten Mal in der Geschichte des Weltkongresses Redakteure und Kameraleute die Diskussionen, Inhalte und Atmosphäre in Echtzeit und konservierten die Ergebnisse so für die Nachwelt.

Die Menschen: Hochrangige Gäste aus Politik und Wirtschaft

Hochrangige internationale und nationale Gäste besuchten die Veranstaltung, darunter die deutsche Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles, die finnische Sozialministerin Laura Räty, der Erste Parlamentarische Staatssekretär vom Ministerium für Arbeit in Singapur Hawazi Daipi sowie Xu Shaochuan, der Vize-Minister der Staatlichen Behörde für Arbeitssicherheit aus China. Ihr Kommen zeigte, wie wichtig das Thema Arbeitsschutz mittlerweile für die politische Arbeit geworden ist. Keynote-Speaker eröffneten neue Perspektiven und setzen den inhaltlichen Rahmen für den Weltkongress 2014, darunter Dr. Natalie Lotzmann, Abteilungsleiterin Gesundheitsmanagement bei SAP SE, Chong Meng Tan, Geschäftsführer der PSA International aus Singapur, Dr. Casey Chosewood vom National Institute for Occupational Safety and Health aus den USA sowie Professor Cameron Mustard, Präsident des kanadischen Institute for Work and Health.


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Die Themen: Von der Vielfalt über die Präventionskultur bis zur Vision Zero

Die Vielfalt unter den 3.980 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stand stellvertretend für die Vielfalt in der modernen Arbeitswelt – eines der Hauptthemen dieses Weltkongresses. Wie kann die Prävention dieser Vielfalt begegnen? Wie kann sie sicherstellen, dass alle Menschen bei der Arbeit immer optimal geschützt sind? Diese und unzählige weitere Fragen wurden in den Fachveranstaltungen und Symposien intensiv diskutiert, nicht nur von den Moderatoren und Referenten, sondern auch von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst. Es ging darum, sich zu vernetzen und auszutauschen und gemeinsam im Dialog die besten Lösungen zu finden. Eine Idee, die auch in dem neuen Untertitel des Weltkongresses aufgegriffen wurde: Globales Forum Prävention.

Diese globale Zusammenarbeit ist enorm wichtig, um eine weltweite Präventionskultur zu etablieren – sie ist das entscheidende Thema für die Prävention in den kommenden Jahren: „Die Gestaltung einer Präventionskultur ist nicht statisch. Sie muss langsam entwickelt werden und wird ihre Höhen und Tiefen haben“, erläuterte Kongresspräsident Dr. Walter Eichendorf. Wichtig sei es jedoch, überhaupt aktiv zu werden. „Präventionskultur funktioniert nur, wenn wir sie umsetzen.“

Während in der westlichen Welt die Debatte beherrscht wird von der Frage, wie die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten gesteigert werden können, mangelt es in vielen anderen Teilen noch an grundlegenden Instrumenten der Arbeitssicherheit: „6.300 Menschen sterben jeden Tag an den Folgen von Arbeitsunfällen oder arbeitsbedingten Erkrankungen“, erinnerte Guy Ryder, der Generalsekretär der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO). Es sei essentiell, dass Regierungen, Unternehmen und Beschäftigte auch hier gemeinsam aktiv werden. Denn: „Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist ein Menschenrecht.“

Eine Bekenntnis zur Prävention

„Prävention muss eine weltweite Bewegung werden“, „Wir müssen uns mehr einmischen“, „Wir müssen persönlicher werden“ – das sind nur einige Aussagen aus dem Weltkongress 2014. Sie machen deutlich, dass sich die Welt der Prävention beginnt, zu verändern und in eine neue Ära tritt, die sich näher am Menschen orientiert. Eine der emotionalsten Botschaften des Weltkongresses lieferte Errol Frank Stoové. Mit dem Slogan „I love prevention“ brachte er auf den Punkt, was allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Herzensangelegenheit ist: das Bekenntnis zur Prävention.

Auf Wiedersehen in Singapur 2017!

 

Text: Sanja Zec