Bühne frei für die Vision Zero!

Auf der Aktionsbühne wurden intelligente und berührende Arbeitsschutzmedien präsentiert. Sie rücken das Ziel des unfallfreien Arbeitsumfeldes in greifbare Nähe und heben den Informationsaustausch auf eine höhere Ebene. Die Zuschauer durften erleben, wie die Suchmaschine Präventionsforum + online ging. Atemlos verfolgten sie den interaktiv performten Präventionsfilm „Near enough“. Und bei den „Impressions of Prevention“ wirkten die Bilder in aller Stille.

Präventionsmedien haben eine neue Form der Lebendigkeit entwickelt. Davon konnten sich die Besucher des Weltkongresses live auf der Aktionsbühne des Weltkongresses überzeugen.

Geprüfte Sicherheit

Am Montag ging das Präventionsforum+ online: Prof. Karl-Heinz Noetel von der BG Bau eröffnete die innovative Wissensplattform für Arbeitsschutz, die einen öffentlichen Bereich und einen geschlossenen für interne Gremien hat. Diese multinationale Suchmaschine bietet die Möglichkeit, qualitätsgesicherte Informationen zum Arbeitsschutz zu suchen. Sogar linguistische Feinheiten der deutschsprachigen Länder würden berücksichtigt. „Doch warum soll man nicht einfach Google benutzen?“, fragte Noetel und gab selbst die Antwort: Die neue Anwendung verbürge sich für inhaltliche Korrektheit und Aktualität und liefert mit Absicht nur eine begrenzte Anzahl an Treffern – dafür die besten.

Knapp verfehlt, total genial

aktion2Einen Tag später wurde es mittags auf der Weltkongress-Aktionsbühne besonders spannend. Dort wurde der Film „Near enough“ – zu deutsch: „Beinahe“ vorgeführt, zusätzlich live performt und gemeinsam erarbeitet. Der innovative und interaktive Mix aus Präventionsfilm, Workshop und Diskussionsforum wurde vom active training team (att) für Siemens entwickelt. Ken Anderson von Siemens Energy UK & Ireland und Adam Christopher von att versprachen nicht umsonst, dass der Film deutlicher als alles andere zeige, wie wichtig kleine Entscheidungen sind: Das Plenum erlebte einen Kurzfilm, in welchem ein Team von Windkraftanlagentechnikern Probleme mit einem neuen Werkzeug hat, für das es keine Aufzugstasche gibt. Alex, der Projektleiter, ist keine Führungspersönlichkeit, und so hat der dominante und unvorsichtige Kollege John freie Bahn für sein unvorsichtiges Verhalten. Ein Werkzeug stürzt in die Tiefe und verfehlt die Arbeiter nur knapp. Doch die Techniker melden den Vorfall nicht, als sie die Chance dazu bekommen. Die Beinahe-Katastrophe erlebten die Zuschauer nicht nur filmisch mit, sie hatten im Anschluss auch die Chance, zu diskutieren: „Wer war für die fast fatale Situation verantwortlich? Der Designer des Gerätes? Der Gruppenleiter?“ Dann kam der Windkraftanlagentechniker sogar live auf die Bühne und ließ sich vom Moderator und den Gästen befragen. „Warum hast du Angst, dich zu äußern, du bist doch der Chef?“, will eine Frau aus der Gruppe wissen, der Techniker steht Rede und Antwort.

Ziel des Videoworkshop sei es, die Zero-Harm-Philosophie, die nachhaltig jeden einzelnen möglichen Unfall verhindern soll, in die Herzen und Köpfe aller Angestellten zu bringen. Jeder solle über verschiedene vernetzte Kanäle, Identifikation und Interaktion erfahren, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen und die Sicherheit aller an erste Stelle zu setzen.

Prävention ohne Worte

Stumme Bilder von Menschen in Betten, Blumen, Gerüsten und hilfreichen Kollegen flimmerten am frühen Dienstagnachmittag über die Aktionsbühne. Initiator der „Impressions of Prevention“, die Einblicke in die Prävention geben sollten, war die IVSS. Bernd Treichel, Technical Expert of Prevention bei der IVSS, erklärt: „Diese Bilder wurden aus anderen Präventionsfilmen speziell für den Kongress zusammengeschnitten und sollen auf stille Weise für Risikoprävention, Gesundheitsförderung und die Rückkehr an den Arbeitsplatz stehen.“ Dieses dreiteilige Präventionsmodell hatte am Vortag Hans-Horst Konkolewsky von der International Social Security Association (ISSA) erläutert. Zwar erkannten nicht alle Zuschauer auf Anhieb, dass es sich um eine gewollt tonlose Veranstaltung handelte, ließen sich aber dennoch nieder und betrachteten die Szenen genauer. Ruhig und kontemplativ – auch so lässt sich ein Präventionsfilm präsentieren.

Text: Andrea Kramer