Rundgang über die Agora

Der Duft von Waldluft und frischem Holz, das Geräusch einer Motorsäge, gleich wird der Baum fallen: Auf der Freifläche mitten im Herzen des Messegeländes, der „Agora“, präsentiert sich den Besucherinnen und Besuchern des Weltkongresses 2014 ein erlebnisreiches Kontrastprogramm.

agora3Noch ein prüfender Blick nach oben in den Wipfel, dann fällt der Baumstamm – und landet punktgenau auf dem Luftballon, den er – peng – zum Platzen bringt. Werner, der Forstwirt in der orangenen Schutzkleidung, hat Präzisionsarbeit geleistet. Nebenbei hat er seinem Publikum kompetent erklärt, wie man Schritt für Schritt einen Baum fällt. Zum Schluss heißt es: Ansägen, Keil rein schlagen, Baumkrone beobachten, vom Stamm weggehen in die vorbereitete Rückweiche. „Es ist ganz entscheidend, dass der Baum zum richtigen Zeitpunkt genau dorthin fällt, wo er soll. Präzise und sicher, schließlich geht es hier um das eigene Leben“, gibt der Forstwirt als Sicherheitshinweis mit auf den Weg.

agora4Gleich nebenan steht die maschinelle Konkurrenz zum Anfassen und Besichtigen: Wer will, kann hinaufsteigen und in der Fahrerkabine des Harvesters Platz nehmen, die in der Waldarbeit eingesetzte Maschine für die Vollernte quasi mit dem Joystick bedienen. Imposant. Aber auch stetig verbesserungsfähig: Dass man beim Aufstieg in die Fahrerkabine auf rutschsicheren Trittstufen gehen kann, ist unter anderem einem Vorschlag für die Produktnormen aus der Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN) zu verdanken. Am Stand geben die Fachpersonen aus Arbeitsschutz und Unternehmen fachkundig Auskunft.

Hier treffe ich auf eine Delegation aus der Demokratischen Republik Kongo. Auch sie haben beim Baumfällen zugeschaut, jetzt interessieren sie sich besonders für neueste Produkte der Schutzausrüstung. Waldarbeit ist ein großes Thema in ihrem Land, schließlich ist der Kongo eines der Länder mit der dichtesten Waldfläche weltweit, erzählen sie mir stolz.

agora2„Achtung, gleich überschlagen wir uns“, ist jetzt neben uns zu hören. Mal schauen, was dort los ist: Zwei Messebesucher haben in der Fahrerkabine eines LKWs Platz genommen, und tatsächlich: Die beiden stehen Kopf, die Fahrerkabine dreht sich einmal um die eigene Achse. Die Kuscheltiere sind währenddessen wild durcheinandergeflogen – noch harmlos im Vergleich zur Realität, wenn manchmal Handys, Getränke oder Papiere ungesichert mit ins Führerhaus genommen werden. „Das hat wirklich deutlich gemacht, wie wichtig es ist, angeschnallt zu sein und Ordnung in der Fahrerkabine zu halten“, sagen die beiden nachher.

Wie es sich anfühlt, mit einem LKW am Stauende auf einen anderen LKW aufzufahren, das kann man hier ebenfalls erleben. Ein Simulator macht es möglich. „Ihre Aufprallgeschwindigkeit betrug 8,92 km/h. Ihr Aufprallgewicht betrug 256,76 kg“, hat er soeben berechnet. Das ist mehr als das Dreifache des Gewichtes der Testperson. Wer das einmal am eigenen Leib erlebt hat, sagt tatsächlich hinterher: „Nie mehr ohne Gurt.“

agoraDer Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), von dem dieser Slogan stammt, ist einer der Haupt-Aussteller auf der Agora des Weltkongresses, neben der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), die mit den Attraktionen zum Thema Waldarbeit präsent ist. Zu entdecken gibt es auf der Agora des Weltkongresses 2014 noch vieles mehr: Hier bekommt man Tipps zur richtigen Sitzhaltung in der Fahrerkabine, kann ein Laufband fürs Büro testen, den Gang auf der Slackline ausprobieren oder die eigene Gesundheit überprüfen lassen – vom Hör- und Sehtest über die Messungen von Blutdruck und Blutzucker bis hin zur Rückenanalyse und – massage. Die „Straße der Gesundheit“ zieht viele der internationalen Besucherinnen und Besucher an, und wer will, kann zum Abschluss noch nebenan im „Weltcafé“ eine Pause einlegen – bevor es weitergeht zu den nächsten Vorträgen und Symposien für eine sichere und gesunde Arbeitswelt.

Text: Bettina Bräuniger

  1. Sven Timm

    Liebe Agorianer,

    ich danke Ihnen allen ganz herzlich für Ihre tollen Präsentationen. Das war klasse!

    Ihr Sven Timm

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