Nachhaltigkeit und Arbeitsschutz passen sehr gut zusammen

Aus Anlass des XX. Weltkongresses für Sicherheit und Gesundheit 2014 sprach die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, über die Rolle Deutschlands im internationalen Arbeitsschutz.

Foto: Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und SozialesSeit dem letzten Weltkongress in Istanbul habe die Weltöffentlichkeit immer wieder von verheerenden Arbeitsunfällen erfahren müssen, insbesondere der Einsturz der Textilfabrik in Bangladesch mit mehr als 1.100 Todesopfern und fast 2.500 Verletzten sei als besonders tragisch in Erinnerung geblieben, sagte die Ministerin. Dies zeige, dass der Arbeitsschutz in einer globalisierten Welt nicht an der eigenen Landesgrenze ende und die Arbeitsbedingungen in unseren Zulieferländern stärkere Beachtung finden müssten.

Wer als Unternehmer in gesunde Arbeitsplätze investiere, schütze sein wertvollstes Gut: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Insofern sei es richtig, dass sich solche Investionen bezahlt machten und Prävention sich auch ich finanziell lohne. „Nichts spricht gegen Kosten-Nutzen-Betrachtungen. Aber körperliche Unversehrtheit ist keine Frage der Rendite, sondern ein Menschenrecht“, unterstrich Nahles.


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Während jedoch in Deutschland und Europa über Haltungsschäden und Burnout-Erkrankungen diskutiert werde, mangele es vielen Ländern an absoluten Mindeststandards im Umgang mit Gefahren. Dies gelte beispielsweise für Maschinenarbeitsplätze ohne Sicherungsfunktion, Fabrikhallen ohne Brandschutz und Fluchtwege oder Schwerstarbeit bei Staub und giftigen Dämpfen ohne Arbeitsschutz: „Die zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen Millionen Menschen weltweit schuften, müssen wir dringend verbessern. Es geht darum, überall Fortschritte zu schaffen bei gleichzeitiger Annäherung zwischen Entwicklungsländern und Industriestaaten.“ Der globale Handel brauche soziale Regeln. Dies sei Aufgabe der internationalen Arbeits- und Sozialpolitik. Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) und die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) hätten auf diesem Gebiet bereits viel geleistet und auch für die Zukunft umfassende Programme angekündigt, sagte Nahles. Dazu zähle beispielsweise die Decent Work-Agenda. Sie ziele darauf, Wanderarbeiter und vor allem Menschen in sogenannten informellen Jobs besser zu schützen. Dabei handelt es sich um Tätigkeiten ohne arbeits-, sozial- und tarifrechtlichen Schutz. Gerade hier passierten die meisten Arbeitsunfälle.

Nahles zeigte sich überzeugt, dass die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen entscheidend dazu beitragen müsse, die Globalisierung sozialer zu gestalten. „Gute Arbeit weltweit“ sei das Kernziel der sogenannten „Corporate Social Responsibility“ (CSR). Sie gehe Hand in Hand mit den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschrechte. Die Bundesregierung werde dies mit einem eigenen Aktionsplan umsetzen. „Eine Welt ohne schwere Arbeitsunfälle zu schaffen, mag ein großes Ziel sein, aber es ist nicht unerreichbar“, schloss die Bundesarbeitsministerin.

 

Text: Norbert Ulitzka

  1. Mark

    Lösbar wären diese Forderungen mit Zertifizierungen von Produkten. Wie bei Kühlschtänken die Energiewerte könnten Unternehmen aufgefordert werden einzelne Produkte unter diesen Aspekten der Arebitsbedingungen zertifizieren zu lassen. Ein Schild mehr an einer Jeans macht den Kohl auch nicht fett. Und leuchtet ein Schild rot und weist auf kritische Arbeitsbedingungen hin wird vielleicht doch eher mal zu einer Alternative gegriffen und dem Konsumenten wird die Situation im Moment seiner Kaufentscheidung vor Augen geführt. Das könnte zum nachdenken und umorientieren führen. Nebenbei beweist ein Unternehmen beim Produkt selbst das es sich zur Nachhaltigkeit bekennt statt nur aufwendige Imagekampagnen zu fahren, jedoch an den eigentlichen Problemen in der Produktion nichts zu ändern und sich aus der Verantwortung stielt.

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